Gemeinsam für eine Sache

DSC04396Das war das perfekte Zusammenspiel zwischen der Freiwilligen Feuerwehr Eisingen und den Rettungshundeteams unserer Staffel. Im Rahmen einer gemeinsamen Einsatzübung haben alle Beteiligten ihr Können abgerufen und sich in bester Verfassung gezeigt.

Samstag, 14.11., 10 Uhr morgens. In Eisingen ruft die Feuerwehrsirene zum Einsatz. Eine Explosion in einem örtlichen Fliesenfachhandel hat einen Brand entfacht und weckt die schlimmsten Befürchtungen bezüglich der noch im Gebäude befindlichen Personen. In kürzester Zeit ist die Feuwehr vor Ort und startet unmittelbar mit dem Löschangriff. Kurz darauf dringen die ersten Atemschutzträger in das völlig verrauchte Gebäude vor um nach vier vermissten Personen zu suchen. Doch sie können nur noch eine Person retten, die anderen drei, so stellt sich schnell heraus, sind in Panik nach der Explosion in die verschiedensten Richtungen davon gelaufen. Jetzt sind die Spürnasen von Maya, Oli und Humboldt gefragt. Die drei verfügbaren Mantrailer unserer Staffel haben nun die Aufgabe, die Spuren der vermissten zu verfolgen und sie möglichst rasch zu finden um schnell Hilfe leisten zu können.

Deutsch Kurzhaar „Humboldt“ und Hundeführer Roland machen sich zuerst auf den Weg. Vom noch immer von Feuerwehrleuten und Schaulustigen bevölkerten Betriebshof starten die beiden zunächst in nördliche Richtung und dann Richtung Westen in die Ortsmitte von Eisingen. Starker Wind erschwert die Arbeit, aber Humboldt zeigt sich unbeirrt auf seinem Trail. Ausgiebig untersucht er an Kreuzungen und großen Freiflächen die verschiedenen Abgangsmöglichkeiten, entschiedet sich aber letztlich stets für den richtigen weiteren Trailverlauf. Nach rund 40 Minuten hat er die vermisste Person auf einem Balkon eines Privathauses im Ort gefunden und angezeigt.

Ein bisschen länger ist Viszla-Hündin „Maya“ mit ihrer Hundeführerin Heike unterwegs, bis sie die ihr zugewiesene Person ermittelt hat. Während sie vom Start weg zunächst eine Abkürzung anstelle des Originaltrails wählt nimmt sie die Suche danach umso ausführlicher wahr. Maya hat mit dem starken Wind an diesem Tag besonders zu kämpfen. Zielsicher strebt sie schließlich Richtung Feuerwehrhaus, wo Heike aufgrund von Mayas Suchverhalten die vermisste Person vermutet. Doch weder im Treppenhaus noch in einem der Räume des Gebäudes ist die Person zu finden. Also wieder nach draußen, und dort, unmittelbar neben dem Feuerwehrhaus hat Maya dann den verdienten Erfolg. Die „Indoor-Suche“ ist dann auch schnell aufgeklärt. Die Person war noch unmittelbar vor Mayas Ankunft im Feuerwehrhaus beschäftigt und hat dort einiges an Geruch hinterlassen.

Auch Weimaraner Oli lässt an diesem Tag keinen Zweifel an seiner guten Nase. Mit seiner Hundeführerin Angela zeigt er das was er immer zeigt (normalerweise ja mit Herrchen Marcus): ruhiges, souveränes Arbeiten mit großer Zielstrebigkeit und klarer Körpersprache, die von Angela auch perfekt interpretiert wird. So bleibt kein Zweifel, dass das Team auf dem richtigen Weg Richtung Westen ist und ebenfalls nach einer guten Dreiviertelstunde die vermisste Person im Ortskern von Eisingen findet. Dabei hatte Oli einen großen Teil seiner Strecke entlang der stark befahrenen Hauptstraße zu abolvieren, aber für unseren „Joe-Cool“ unter den Trailern war das ja dann wohl genau die richtige Wahl.

Nicht nur wir sind stolz auf unsere drei erfolgreichen Mantrailer, sondern auch die Feuerwehrleute, die die Trails zur Verkehrsabsicherung und für den Funkverkehr begleitet haben, sind beeindruckt vom Können unserer Rettungshundeteams.

Nach einer kurzen Mittagspause schrillt dann auch schon der nächste Alarm:
Im nahegelegenen Wald ist eine Person beim Holz machen verunglückt. Schnell rücken die Feuerwehr Eisingen und die Rettungshundstaffel Unterfranken aus, um die verletzte Frau zu finden und so schnell wie möglich Hilfe zu leisten. In Absprache mit unserem Staffel-Einsatzleiter Günter teilen sich die Teams Iris mit Rocky, Karin mit Jess und Uli mit Rudi das betreffende Waldgebiet in drei Suchbereiche auf. Gleichzeitig machen sie sich auf die Suche und gehen parallel vor, um keine unnötige Zeit zu verlieren. Dabei zeigt sich, dass alle drei Hundeführerinnen über die nötige Erfahrung, vor allem aber die gehörige Portion Souveränität und Gelassenheit verfügen um die vor der Suche nötige Koordination ihrer drei Teams zügig aber ohne Hektik zu gestalten. Natürlich ist auch hier die EInsatzleitung durch Günter wie schon beim Trailer-Einsatz am Vormittag ein Garant für eine solide Struktur unseres Einsatzes.

Es dauert keine zehn Minuten, bis schon das erlösende Bellen von Rocky zu hören ist. Er hat die unter einem umgestürzten Baum eingeklemmte Person gefunden und seiner Hundeführerin Iris angezeigt. Eine Minute danach ist auch schon Rudi vor Ort, der also unwesentlich später als Rocky, aus einer anderen Richtung kommend, die Person ebenfalls in sehr kurzer Zeit gefunden hätte.

Nun übernimmt wieder die Feuerwehr. Nachdem sie per Funk an den Unfallort beordert wurden befreien die Feuerwehrleute die eingeklemmte Person sehr flott und professionell mittels eines pneumatischen Hebekissens und übernehmen den Abtransport der Verletzten.

In der Abschlussbesprechung im Feuerwehrhaus sind sich alle einig: die gemeinsame Übung der Freiwilligen Feuerwehr Eisingen und der Rettungshundestaffel Unterfranken war ein ein voller Erfolg und wird im kommenden Frühjahr ganz bestimmt eine Wiederauflage erfahren.

Wir bedanken uns bei der Eisinger Wehr ganz herzlich für die perfekt organisierte Übung und für die Gastfreundschaft. Jungs und Mädels, wir sollten uns auf eine lange und erfolgreiche Zusammenarbeit einstellen! Vielen Dank auch an unsere Suchgruppenhelfer, die die Suchteams super unterstützt haben.

Herzlichen Dank an Jochen Göpfert und das Team der  Fliesenwelt Eisingen dafür, dass wir an einem ganz normalen Samstagvormittag zusammen mit der Feuerwehr den Beratungs- und Verkaufsbetrieb aufgrund einer angenommenen Schadenslage im angrenzenden Lagergebäude so richtig durcheinander bringen durften. Wir hoffen, die von der Übung überraschten und schaulustigen Kunden haben anschließend dennoch den Umsatz getätigt, weswegen sie an diesem Tag eigentlich zur Fliesenwelt gekommen waren… 😉

Hier gibt es die Bilder von der Einsatzübung

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